Der Aktienkurs steigt einfach nicht!

Du bist stinksauer! Jedes Mal, wenn du in dein Depot schaust, ärgerst du dich.

Da hast du vor einigen Monaten endlich in ein Unternehmen investiert, das du super findest.

Vor dem Aktienkauf hast du dich über die Firma informiert.

Auf der Webseite. Auf Finanzportalen. Im Geschäftsbericht.

Der Auftragseingang ist phänomenal. Es werden Gewinne erwirtschaftet. Das Geschäftsmodell ist zukunftsfähig. Es werden neue Mitarbeiter eingestellt.

Wahnsinn. Der Aktienkurs kann doch eigentlich nur steigen. Der hätte sich verdoppeln müssen seit deinem Einstieg.

Nein, was sag ich! 300 Prozent wären ja wohl das Mindeste.

Stattdessen. Was ist passiert?

Bei dir im Depot stehen minus 40 Prozent. MINUS 40 Prozent.

Nix Verdopplung. Der Aktienkurs ist massiv gesunken.

Was ist da schief gelaufen?

Neidisch schaust du auf die Aktienkurse anderer Unternehmen. Wärst du doch da eingestiegen. Oder da. Oder da.

Die Aktien-Welt hat sich gegen dich verschworen, oder?

Nein. Ganz und gar nicht.

Ich nenne dir jetzt 3 Gründe, warum du einfach investiert bleiben sollst.

#1 Der Hype

#2 Das Herden-Prinzip

#3 Die „zittrigen Hände“

Zu #1 Es gibt immer wieder sog. Hype-Themen an den Börsen. 2020 war das Thema „Umwelt“ in.

Kaum Flugzeuge am Himmel sorgten für klare Sicht und weniger Lärm. Kaum Autos auf den Straßen brachten bessere Luft.

Die Menschen waren viel mehr zu Hause und hatten Zeit zum Nachdenken.

Vielen ist dabei aufgefallen, wie wichtig unser Klima ist. Die Umwelt und so. Saubere Energien waren ein Thema. Die Aktien aus diesem Bereich sind stark angestiegen.

Das lag auch an #2 – dem Herdentrieb.

Auf einmal waren Unternehmen aus diesem Bereich gefragt. Große und kleine Firmen mit innovativen Ideen wurden entdeckt.

Über die wurde berichtet in den einschlägigen Medien, Fach-Magazinen, Online-Foren.

Dann setzt der Herdentrieb ein. Oder FOMO. FOMO steht für fear of missing out oder die Angst, etwas verpasst zu haben.

Viele Menschen haben sich da schnell auch noch ein paar Aktien von dem Unternehmen gekauft, über das so viel berichtet wurde.

Immer wieder gern genommen in diesem Zusammenhang: Nel ASA. Der norwegische Wasserstoff-Player passte gut in die Zeit.

Wasserstoff braucht die Welt. Der löst unsere Umweltprobleme. Alles wird gut mit Wasserstoff. (Ich übertreibe natürlich maßlos).

Die Aktie ist soooo günstig. Das ist ein Penny Stock. Kostet gerade mal gut einen Euro. Da hol ich mir ein paar.

Dann ist der Aktienkurs stark gestiegen.

Eine Nel ASA Aktie kostete im Januar 2021 über 3 Euro.

Wow! Die Schäfchen, die dem Herdentrieb gefolgt sind, haben laut gejubelt.

Vielleicht bist du zu dem Preis auch noch schnell eingestiegen. Weil, wenn die sich nochmal verdoppelt, hättest du ganz schnell hundert Prozent Gewinn gemacht.

Super, oder?

Dann kam die Aktie unter die Räder. #3 ist eingetreten. Die „zittrigen Hände“ haben die Aktie verkauft.

Das Bonmot der „zittrigen Hände“ wird dem Altmeister der Börse zugeschrieben, André Kostolany.

Es bedeutet, dass die Aktionäre, die nicht wirklich hinter einem Unternehmen stehen, schnell verkaufen, wenn es mal nicht so gut läuft.

Spekulanten, unwissende und unsichere Aktionäre steigen schneller wieder aus, als du gucken kannst.

Nel ASA hat Quartalszahlen gemeldet, die nicht den Erwartungen des Marktes entsprochen haben, wie es so schön heißt.

Heute, am 22.12.21, kostet eine Nel Aktie gut 1,50 Euro. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen 11 Monaten mal eben halbiert.

Du hast aber durchgehalten. Du bist noch investiert.

Du hast, wie am Anfang beschrieben, deine Hausaufgaben gemacht. Du bist davon überzeugt, dass das Thema Wasserstoff eine Zukunft hat.

Für dich ist Nel ASA (das ist übrigens nur ein Beispiel, keine Kaufempfehlung) eine Investition in die Zukunft.

Also bleib dabei. Beiß die Zähne zusammen und setz dir eventuell eine Frist, bis zu der du bei dem Unternehmen investiert bleiben willst.

Und dann mach erstmal nix.

Herzliche Grüße und denk immer dran: #boerserockt

Sabine