Welche Kosten entstehen bei einem Aktienkauf?

Das habe ich in diesem Blogbeitrag für dich aufgeschlüsselt. Und zwar am Beispiel der ING Bank.

Wenn du dein Aktiendepot bei einer anderen Bank bzw einem anderen Online-Broker hast, gib einfach in die Suchmaschine die Wörter Preis- und Leistungsverzeichnis und dann den Namen deiner Bank ein.

Du landest in der Regel auf einem PDF-Dokument, in dem sämtliche Preise für die Dienstleistungen der Bank aufgeführt sind. Dann scrollst du bis zu den Preisen für die Wertpapierdienstleistungen für Privatkunden.

Genau die schauen wir uns jetzt bei der ING Diba an.

Kosten Aktienkauf bei der ING Bank

Preis- und Leistungsverzeichnis der ING Bank

Das Dokument umfasst 8 Seiten. Das ist relativ schlank. Da hab ich schon umfangreichere Dokumente gesehen. Unter Punkt 7. findest du die Preis-Infos zum Wertpapiergeschäft. Ich gehe in diesem Beitrag auf die aus meiner Sicht wichtigsten Bereiche ein.

Depotverwahrung und -verwaltung sind kostenlos. Das erwarte ich heutzutage auch von einer Direktbank. Die Verwahrung erfolgt in einem Sammeldepot. Das ist die üblichste Form der Verwahrung von Wertpapierdepots.

Das bedeutet ganz einfach, dass die Wertpapiere zahlreicher Anleger gemeinsam verwahrt werden. Wenn du von „deinem“ Depot sprichst, dann ist genau genommen „dein“ Anteil an einer Girosammelverwahrung gemeint.

Bei der ING-Bank heißt das Fach, in welches automatisch Dokumente eingestellt werden, Post-Box. Dieser digitale Briefkasten kostet natürlich nichts. Auch die Erstellung und Einlieferung der Jahressteuerbescheinigung ist nicht mit Gebühren verbunden.

Wenn du an einer Hauptversammlung teilnehmen möchtest und dein Ticket online bestellst, ist das ebenfalls kostenlos. Falls du dafür dein Faxgerät anschmeißt oder bei der ING Bank anrufst, zahlst du 14,90 Euro.

Die ING Bank stellt dir Porto-Kosten in Rechnung, wenn Dokumente per Post verschickt werden.

Du siehst schon: Alles, was nicht online geht oder nicht zu den Standardprozessen gehört, kostet etwas.

Direkt-Depot: An- und Verkäufe von Wertpapieren

Die Provision ist die Gebühr, die die ING Bank dir für Wertpapiertransaktionen, also Käufe oder Verkäufe, berechnet. Die Provision beträgt 4,90 € + 0,25 % vom Kurswert. Der Kurswert ist deine Kauf- oder Verkaufssumme.

Beispiel
Wenn du 10 Aktien à 100 € / Stück kaufst, beträgt dein Kurswert 1.000 €. 0,25 % vom Kurswert sind 2,50 €. Du zahlst für diesen Aktienkauf also 4,90 € + 2,50 € = 7,40 € an Provision an die ING Bank.

Die Provision ist gedeckelt. Du zahlst nie mehr als maximal 69,90 €. Nehmen wir mal an, du hast mit einer Aktien-Investition in deinem Depot über die Zeit eine Summe von 100.000 € erreicht. Wenn du diese Position verkaufst, würden Gebühren in Höhe von 0,25 % = 250 € anfallen. Das passiert aber nicht. Du zahlst „nur“ 69,90 €.

Wenn du als Handelsplatz „Direkthandel“ wählst, kommen keine weiteren Gebühren dazu. Direkthandel, außerbörslicher Handel, heißt bei manchen Brokern auch Active Trader, Sekundenhandel, Live Trading oder Direct Trade.

Der Direkthandel ist nicht bei allen Banken kostenlos. Deshalb empfiehlt es sich, dass du dir das Preis- und Leistungsverzeichnis deines Brokers genauer anschaust.

Wir sind immer noch bei der ING Bank. Hier ist der Handel an allen weiteren Handelsplätzen mit Kosten verbunden. Euwax (Abkürzung steht für European Warrant Exchange). Die Euwax ist ein gesondertes Segment der Börse Stuttgart. Dort werden Derivate, Anleihen und ETFs gehandelt.

Frankfurter Zertifikate ist ein Unternehmen der Gruppe Deutsche Börse. Hier kannst du Zertifikate, Optionsscheine und Aktienanleihen handeln.

Xetra ist das elektronische Handelssystem der Deutsche Börse AG. Die Abkürzung steht für Exchange Electronic Trading.

Der Handel an den 3 oben genannten Handelsplätzen und der Börse Stuttgart kostet 1,90 € zusätzlich. Für alle anderen Regionalbörsen zahlst du 2,90 €. Hier gibt es noch München, Hamburg/Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin.

Ausländische Handelsplätze sowie Aktiengeschäfte über den Kundenbetreuer kosten 14,90 € pro Transaktion bei der ING Bank.

Kosten bei Kapitalmaßnahmen
Wenn ein Unternehmen eine Kapitalerhöhung vornimmt, werden dafür z.B. neue Aktien ausgegeben. Diese neuen / jungen Aktien werden den Alt-Aktionären in einem bestimmten Bezugsverhältnis angeboten, z.B 1 zu 2. Wenn die bei der Kapitalerhöhung mitmachen willst, musst du deiner Bank eine entsprechende Weisung erteilen. Dann werden dir in diesem Fall für eine „alte“ zwei neue Aktien zugeteilt.

Dafür fallen Gebühren an. Bei der ING Bank in Höhe der normalen Ordergebühren. Also Provision, 0,25 % vom Kurswert und eventuell eine Handelsplatzgebühr.

Hier im Bild siehst du nochmal die Details der Kosten für einen Aktienkauf bei der ING Bank

Quelle: https://www.ing.de/binaries/content/assets/pdfdelivererfiles/agbs/ing-diba-preise-leistungen/ing-diba-preise-leistungen_1145_146.pdf

Kosten für ETFs bei der ING Bank

Erstmal die sehr gute Nachricht. ETF-Sparpläne über die Börse / Direkthandel sind bei der ING Bank kostenlos für uns Privatanleger. Die Kosten werden von den jeweiligen Vertriebspartnern der Bank übernommen. Die Vertriebspartner sind die Emittenten / Herausgeber der ETFs.

Bei Verkäufen von ETFs fallen die schon bekannten Kosten an. Also Provison, 0,25 % vom Kurswert und die Gebühr für den jeweiligen Handelsplatz.

Wenn du mit einem ETF-Sparplan starten willst, um erste Erfahrungen an der Börse zu sammeln, bist du bei der ING Bank gut aufgehoben. Du zahlst keine monatlichen Kauf-Gebühren mehr, die ja bei einem ETF-Sparplan über die Zeit je nach Kosten die Rendite schmälern. Diese Kosten-Position fällt weg.

Allerdings zahlst du noch Fonds-Gebühren. Die sog. Gesamtkostenquote oder TER (Total Expense Ratio), die der Herausgeber des ETFs erhebt, bleibt. Diese ist bei ETFs in der Regel niedrig und liegt so um die 0,5 % im Jahr. Das passt schon.

Wenn du mit ETFs durchstarten willst, ist vielleicht der Onlinekurs Investieren in nachhaltige ETFs genau richtig für dich. Klick einfach auf den Link und hol dir die Infos zum Kurs.

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Und denk immer dran: #boerserockt

Sabine