Neulich habe ich einige meiner Facebook-Fans gefragt, was ihre größte Angst ist, wenn sie an Aktien und Aktienbesitz denken. Zwei Themen wurden am häufigsten genannt. Erstens die Angst davor, Geld zu verlieren. Und zweitens die Befürchtung, dass „ich mich dann ständig darum kümmern muss“.

Über die Angst vor Totalverlust habe ich in diesem Blogartikel geschrieben.

Heute geht’s um den Kümmer-Aufwand bei Aktien. Ist der wirklich so groß, wie viele denken? Musst du dich wirklich permanent mit deinen Aktien beschäftigen, um mit Aktien Geld zu verdienen? Alle paar Minuten auf der Finanz-App auf deinem Smartphone kontrollieren, wie die Kurse stehen? Sind sie gestiegen? Gefallen? Und was machst du, wenn das eine oder andere passiert ist?

Wirst du dann nervös? Kannst nachts nicht mehr schlafen? Überlegst, ob du deine Aktien gleich wieder verkaufen sollst? Ob vielleicht ein anderer Wert mehr bringen würde? Wenn das der Fall ist, dann lass bloß die Finger von Aktien! Aktien sind dann nichts für dich. Lass dein Geld besser, da, wo es ist, auf dem Festgeldkonto oder so. Aber kauf keine Aktien!

Wann sich Aktienbesitz für dich lohnt

Ich übertreibe jetzt etwas, aber mal ehrlich! Aktionismus führt selten zum Erfolg und eine alte Börsenwahrheit besagt: hin und her macht Taschen leer. D.h. wenn du deine Kaufentscheidung getroffen und umgesetzt hast, dann machst du – NICHTS. Du hast richtig gelesen – du machst nichts.

Ab und zu, wenn es zeitlich gerade paßt, wirst du einen Blick auf die Aktienkurse allgemein und auf deine eigenen Investments im besonderen. Einmal im Monat schaust du dir dein Depot an. Und das war’s. Mehr mache ich auch nicht. Und ich hab selten schlaflose Nächte wegen meiner Aktien-Investitionen.

Heißt das jetzt, dass du dich gar nicht um deine Aktien kümmern musst? Nein, natürlich nicht. Was ist denn der wichtigste Schritt, damit du für dich eine gute, beruhigende und profitable Entscheidung für einen Aktienkauf triffst? Eine, mit der du über die Zeit auch Geld verdienst mit deinen Aktien?

Der wichtigste Schritt beim Aktienkauf

Der wichtigste Schritt beim Aktienkauf ist der, dich für ein oder mehrere börsennotierte Unternehmen zu entscheiden. Die meiste Arbeit liegt also am Anfang, bei der Auswahl. Das gilt für Einzeltitel wie für Fonds. Auch bei Aktienfonds musst du aus der Vielzahl an Angeboten das für dich passende aussuchen. Und das macht etwas Arbeit.

Wenn du die Auswahl getroffen hast, die für dich passend ist und mit der du gut schläfst, musst du aus meiner Sicht nicht mehr viel tun. Außer, wie oben beschrieben, ab und zu Infos zu deinem Wert checken und den Kurs überprüfen.

Der Segen liegt im Aktien-Einkauf

Der Segen liegt im Einkauf. Hier möchtest du eine für dich passende Auswahl zu einem günstigen Preis treffen. Ich gebe dir jetzt einige Kriterien an die Hand, die ich anwende, bevor ich eine Aktie kaufe. Vielleicht passt das auch für dich. Oder du nimmst diese Kriterien als Basis und fügst mit der Zeit eigene hinzu.

1 Kauf, was du kennst

Wenn du mit Aktien anfängst, halte ich diesen Punkt für besonders wichtig. Ich konzentriere mich auf Einzel-Aktien und lasse Aktien-Fonds weg. Das Unternehmen, das ich hier vorstelle, dient als Beispiel dafür, wie du vorgehen kannst. Es ist keine Kaufempfehlung! Ich nutze nur gern ein echtes Beispiel, damit du die einzelnen Schritte auch selbst konkret nachvollziehen kannst.

Produkte des täglichen Bedarfs, sog. Konsumgüter, kennen wir alle, nutzen wir alle. Dazu gehören z.B. Waschmittel. Egal, welches Produkt du nimmst, du willst nicht in schmutziger Wäsche rumlaufen und daher wäschst du ab und zu.

Wenn du an Waschmittel denkst, fällt dir unter Umständen die Marke Persil ein. Hersteller von Persil ist die Firma Henkel, ein DAX-Unternehmen. Kurz zur Erinnerung: DAX ist die Abkürzung für Deutscher Aktienindex. Im DAX sind die 30 nach Börsenwert größten Unternehmen Deutschlands vertreten.

Du willst Informationen zu Henkel und gehst auf die Finanzplattform finanznachrichten.de. Das mache ich als erstes, wenn ich Infos zu einem Unternehmen will. Auf der Plattform kriegst du Artikel und Meldungen verschiedener Quellen auf einen Blick. Das sieht für Henkel am 26. April 2017 z.B. so aus:

Auf den ersten Blick siehst du alle aktuellen Nachrichten zum Unternehmen, wieviele Leser der jeweilige Artikel hat und aus welcher Quelle die Nachricht stammt. Die News kannst du filtern nach Alle, Pressemitteilungen (des Unternehmens), Empfehlungen (da findest du Analysten-Empfehlungen), Chartanalysen und Berichte. Das finde ich sehr komfortabel und übersichtlich.

Ich investiere meistens ca eine Stunde Zeit in das Studium der verschiedenen Artikel auf finanznachrichten.de. Erst danach gehe ich auf die Unternehmenswebseite. Dort schaue ich mir immer die Investor Relations Seite an. Dort findest du Infos zur Aktie, zur Dividende, zu anstehenden Terminen wie Hauptversammlung, Quartalsbericht usw. Hier bekomme ich auch die Antwort auf die zweite Frage, die ich mir stelle, bevor ich in ein Unternehmen investiere.

2 Ist das Unternehmen schon lange am Markt tätig?

Gerade zu Beginn meines Aktionärinnen-Daseins vor gut 18 Jahren habe ich Wert darauf gelegt, in „alte“ Unternehmen zu investieren. Eine Firma, die schon lange erfolgreich am Markt ist, die wird auch in Zukunft profitabel wirtschaften, habe ich mir gedacht. Bei Henkel ist das der Fall. Die Firma wurde 1876 gegründet, besteht also seit mehr als 140 Jahren. Ganz schön alt. Und erfolgreich ist das Unternehmen auch. Jetzt möchte ich noch wissen, ob ich als Aktionärin auch eine Dividende erhalte.

3 Zahlt das Unternehmen eine Dividende?

Gleich auf der Startseite informiert das Unternehmen über seinen Aktienkurs. Hier erfahren wir auch, dass es zwei Arten von Henkel-Aktien gibt, die Vorzugs- und die Stammaktie. Was soll das denn?!?

Für mehr Infos ist jetzt die Investor Relations Webseite wichtig. Links in der Navigation findest du den Link dazu. Und hier gibt’s auch die Info zur Dividende. Henkel zahlt eine. Für die Vorzugsaktionäre beträgt die Dividende für 2016 1,62 Euro pro Aktie. Das sind beim Stand von ca 123 Euro (Stand 26.4.17) ca 1,3 %.

Aber was soll das jetzt mit der Vorzugsaktie? Wenn du eine Vorzugsaktie besitzt, verzichtest du auf dein Stimmrecht bei der Hauptversammlung. Dafür erhältst du dann eine etwas höhere Dividende als die Besitzer der Stammaktie. Ich persönlich besitze einige Henkel-Aktien, und zwar die Vorzüge. Denn, machen wir uns nichts vor, als Kleinaktionärin mit z.B. 100 Aktien kann ich auf der Hauptversammlung eh keinen Einfluß nehmen. Bei Henkel sind zudem die Stammaktien zu mehr als 60 % im Besitz der Mitglieder des Aktienbindungsvertrags der Familie. Diese sichert sich so ihren besonderen Einfluß.

Henkel ist nicht das einzige Unternehmen, das mit Vorzugsaktien im DAX vertreten ist. Die Volkswagen AG ist die zweite Vorzugsaktie im deutschen Leitindex. Auch das hat etwas mit der Eigentümerstruktur zu tun. Aber das nur am Rande. Wir schauen uns ja heute Henkel an.

Zusammenfassung

3 Faktoren solltest du als Aktien-Einsteigerin beachten, bevor du Aktien kaufst.

1 Kennst du das Unternehmen und seine Produkte?

2 Ist das Unternehmen schon lange erfolgreich am Markt?

3 Zahlt das Unternehmen eine Dividende?

Um das herauszufinden, investierst du ca 2 Stunden deiner Zeit in die Recherche. Die beiden Hauptquellen können am Anfang das Finanzportal finanznachrichten.de und die Webseite des Unternehmens sein. Dann hast du eine gute Basis. Fang doch einfach mal an. Überleg dir ein Unternehmen, das du kennst und das dich interessiert und dann hau rein!

Komm gern in meine Facebook-Gruppe Die Aktienlotsen. Dort kannst du deine Erfahrungen mit Gleichgesinnten austauschen, Fragen stellen und interessante Artikel über dein Unternehmen posten. Oder einfach mal schauen, ob die Gruppe überhaupt etwas für dich ist.

Ich freu mich, wenn du dabei bist!

Sabine

Sabine Röltgen – #börserockt