Wie du die Angst vor Totalverlust bei Aktien verlierst

Neulich habe ich einige meiner Facebook-Fans gefragt, was ihre größte Angst ist, wenn sie an das Thema Aktien und Aktienbesitz denken. Zwei Themen wurden dabei am häufigsten genannt. Erstens die Angst davor, Geld zu verlieren. Und zweitens die Befürchtung, dass „ich mich dann ständig darum kümmern muss“.

Im heutigen Blog-Beitrag gehe ich auf das Thema Aktien und die Angst vor Verlust ein. Woher kommt das eigentlich, dass so viele Leute Angst davor haben, mit Aktien Geld zu verlieren? Ich glaube diese Angst hat sehr viel damit zu tun, dass sich die meisten von uns mit Aktien nicht so gut auskennen. Sie haben den Einstieg in Aktien noch nicht gemacht. Viele haben dann vielleicht auch im Bekanntenkreis von Leuten gehört, die mit Aktien Geld verloren haben. Und denken sich dann: nee, vielen Dank, da laß ich mal lieber die Finger von…

Es gibt offensichtlich nur wenige Personen, die mit Aktienbesitz Geld verdienen und auch noch davon schwärmen! Deshalb tu ich das jetzt mal. Und das ist jetzt keine Angeberei! Ich möchte Mut machen, das Interesse an Aktien wecken und aufzeigen, wie der Einstieg in Aktien gelingt, so dass keiner davor Angst haben muss. Sondern, dass es sich lohnt, Aktionärin zu sein. Frau muss einfach mal damit anfangen. So wie ich.

Meine Anfänge als Aktionärin

Es war einmal, vor fast 20 Jahren. Oh no, ist das schon so lange her? Jawoll, das ist es! Im Sommer 1998 hab ich den Börseneinstieg gemacht und meine ersten Aktien gekauft. Der deutsche Aktienindex (DAX) stand damals, am 1. Juli 1998, bei 5.874 Punkten. (Quelle Chart: yahoo finance). Wie sieht es heute aus? Der DAX steht heute, am 6. April 2017, bei knapp 12.200 Punkten.

DAX Kursverlauf über 30 Jahre für Börseneinstieg.

Kursverlauf des DAX über 30 Jahre.

Der Punktestand des DAX hat sich also in knapp 20 Jahren mehr als verdoppelt. Aber in diesen 20 Jahren gab es starke Schwankungen und Einbrüche. Anfang März 2003 fiel der DAX auf unter 2.500 Punkte. Dieser starke Rückgang hatte zu tun mit den Anschlägen in den USA im September 2001 und deren Konsequenzen. Es folgt eine Zeit des Aufschwungs an den Börsen. Der DAX erreicht im Juni 2007 gut 8000 Punkte.

Dann folgt die Finanzkrise – und der DAX halbiert sich innerhalb von noch nicht mal 2 Jahren. Im Februar 2009 steht der DAX bei unter 4.000 Punkten. Die 8.000er Marke übersteigt der DAX dann wieder im Mai 2013. Heute (April 2017) steht er bei ca. 12.200 Punkten.

Wie sah die Kursentwicklung bei einem Einzelwert wie BASF aus?

BASF Aktienkursentwicklung für Aktieneinstieg.

Aktienkursentwicklung BASF über 30 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe als Beispiel einen Screenshot der Aktienkursentwicklung von BASF gemacht. Auf der Finanzplattform onvista.de kannst du das ganz einfach machen. Du erhältst die Tageskurse, wenn du mit der Maus über die blaue Linie der Kursentwicklung fährst. Super praktisch. Im März 2003 lag der Kurs der BASF-Aktie bei ca 17 Euro das Stück. Im Juni stand die Aktie bei knapp 44 Euro. Bis zum Februar 2009 hat sich der Aktienkurs dann halbiert – Stichwort Finanzkrise…. Heute kostet eine BASF-Aktie gut 93 Euro.

In einem meiner Blog-Artikel hab ich schon mal berichtet, dass ich selbst BASF-Aktien besitze. Ich habe die Aktien leider nicht bei ca 17 Euro gekauft, sondern für knapp 56 Euro das Stück… Und ich bin froh darüber, dass ich das getan habe. Denn ich habe 66 % Kursgewinn damit gemacht in knapp 7 Jahren. Oder knapp 8 % im Jahr, ohne Dividende. Mit Dividende wären es gut 12 % im Jahr. Allerdings spreche ich hier vom Buchwert, denn ich habe nicht verkauft.

Und das kannst du auch – mit Aktien Geld verdienen! Du musst nur den Einstieg in Aktien machen und diese 3 Handlungsempfehlungen beachten.

3 Handlungsempfehlungen gegen die Angst vor Totalverlust bei Aktien

  1. Laß dich nicht aus der Ruhe bringen!
  2. Sei geduldig!
  3. Investiere in Dividendenwerte

Laß dich nicht aus der Ruhe bringen!

Das ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit das wichtigste Gebot für BörsianerInnen. Auf uns stürmen täglich unzählige Nachrichten ein. Ständig passiert etwas, ob gut oder schlecht. Wenn wir da jedes Mal nervös werden und unseren Aktien-Einstieg in Frage stellen, bringt das gar nichts. Das Wichtigste ist, dass du für dich eine Entscheidung triffst – und dann dazu stehst. Fertig! Das machst du bei anderen Sachen auch. Wenn du zu deiner Entscheidung beim Aktien-Einstieg stehst, dann bist du auch bereit zu warten. Und das führt direkt zur zweiten Handlungsempfehlung.

2. Sei geduldig!

Manchmal muss man warten, damit sich etwas entwickeln kann. Das gilt auch und besonders für ein Engagement am Aktienmarkt. Geduld ist das oberste Gebot des Investors. Diese Aussage wird Benjamin Graham zugeschrieben, einem bekannten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler und Investor. Benjamin Graham lehrte an der Columbia University in New York. Einer seiner Schüler war übrigens Warren Buffett, der als einer der erfolgreichsten Investoren unserer Zeit gilt.

Du siehst an meinem BASF-Beispiel, dass sich Ruhe bewahren und Geduld an der Börse auszahlen. Wenn ich zwischendurch nervös geworden wäre, und womöglich im Februar 2016 meine Aktien für ca 60 Euro das Stück verkauft hätte, hätte ich außer der Dividende an der Aktie und am Unternehmen BASF nicht viel verdient. Denn gekauft hab ich ja in 2010 bei ca 56 Euro das Stück. Das habe ich nicht gemacht! Ich hab nicht verkauft. Und hier zeigt sich noch eine weitere Weisheit, die auch für den Börseneinstieg gilt: Mit dem Konjunktiv ist noch keiner reich geworden. Mit der Dividende schon eher….

3. Investiere in Dividendenwerte!

Es gibt ja Leute, die finden die Dividende nicht so wichtig. Sie investieren lieber in Unternehmen, die Kursgewinne versprechen. Ob diese dann eintreffen ist eine Sache. Allerdings ist auch die Zahlung der Dividende nicht garantiert. Einige Firmen haben in der Finanzkrise 2008/2009 die Dividende stark gekürzt oder sogar ganz gestrichen. Das ist möglich, da der Aufsichtsrat einer börsennotierten Firma der Hauptversammlung die Zahlung der Dividende vorschlägt. Und wenn eine Firma in einem Geschäftsjahr schlechte Ergebnisse erzielt, kann eben keine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt werden. Das macht Sinn. Die Entscheidung, dann keine Dividende zu zahlen, ist meiner Meinung nach genau richtig.

Wie war das jetzt bei BASF? Hat das Unternehmen in den letzten 18 Jahren einmal keine Dividende zahlt? Nein! Selbst in der Finanzkrise war BASF in der Lage, seine Aktionäre zu bedienen und eine Dividende auszuschütten.

Wie du beim Aktien-Einstieg die Angst vor Totalverlust verlierst.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Blogbeitrag die Angst vor einem Totalverlust an der Börse nehmen. Wenn du Aktien von einem soliden Unternehmen gekauft hast, das schon lange erfolgreich am Markt unterwegs ist, kannst du damit über die Zeit Geld verdienen. Wenn das Unternehmen dann auch noch regelmäßig eine Dividende an dich ausschüttet, umso besser. Auch ein solides Unternehmen unterliegt Schwankungen an der Börse. Aber es schwankt eben nicht nur nach unten, sondern auch nach oben. D.h. auch, wenn ein Aktienkurs steigt, ist das ja eine Kursschwankung, aber die ist dann positiv für uns Aktionäre.

Auch für zukünftige Börsianerinnen gilt, einfach machen, einfach mal anfangen und den Einstieg an die Börse wagen. Oder, von nix kommt nix. Deshalb kündige ich hier schon mal das Thema des nächsten Newsletters an. Denn die zweite große Hürde für viele, die sich grundsätzlich für das Thema Börse interessieren, ist, „dass ich mich dann ständig darum kümmern muss“. Dass das nicht so ist, sondern dass du auch noch ein Leben neben deinem Aktionärsdasein hast, zeig ich dir im nächsten Newsletter. Der erscheint in 14 Tagen. Wenn du zwischendurch schon mal Börsenluft schnuppern willst, dann werde doch Mitglied meiner Facebookgruppe #börserockt!. Dort kannst du mit Gleichgesinnten über das Thema Aktien & Co diskutieren, Fragen stellen und interessante Nachrichten zu Unternehmen posten.

Ich freu mich, wenn du dabei bist!

Herzliche Grüße und #börserockt!

Sabine