Was bedeutet Directors‘ Dealing? Aktien Quick-Tipp

Vielleicht ist dir bei deiner Recherche zu einem Unternehmen schon mal die Abkürzung DD aufgefallen. Und du hast dich gefragt, was das bedeutet? Wofür diese Abkürzung steht.

DD steht für Directors‘ Dealing oder zu deutsch: Eigengeschäfte von Führungskräften. Diese sind ab einem Volumen von 5.000 Euro meldepflichtig und müssen veröffentlicht werden.

Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient dazu, Transparenz an den Kapitalmärkten zu gewährleisten. Das Eigengeschäft muss innerhalb von drei Geschäftstagen gemeldet werden – und zwar auch der BaFin. Das ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

„Die Meldepflicht gilt auch für Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, unterhaltspflichtige Kinder und andere Verwandte, die seit mindestens einem Jahr demselben Haushalt angehören.“ Ich zitiere hier von der Webseite der BaFin.

Wieso ist ein Directors‘ Dealing interessant für dich?

Wenn du zum Beispiel bei der Finanzplattform finanznachrichten.de in einer der Artikel-Überschriften die Buchstaben DD siehst lohnt es sich, auf den Link zum Artikel zu klicken. Ein Directors‘ Dealing oder DD zeigt ja den Aktien-Kauf oder -Verkauf einer Führungskraft oder ihr nahestehenden Person an.

Wenn eine mit Führungsaufgaben betraute Person, so heißt es oft in diesen Mitteilungen, einen Aktienkauf getätigt hat, kann das bedeuten, dass die Person von in der Zukunft steigenden Aktienkursen ausgeht.

Warum sollte sie sonst ein Aktienpaket der Firma kaufen?

Es kann auch heißen, dass die Person Aktien im Rahmen eines Mitarbeiter-Aktienprogramms des Unternehmens erworben hat.

Wichtig ist auch, dass du dir das Volumen des Aktienkaufs anschaust. Also für wieviel Geld Aktien des Unternehmens gekauft worden sind.

Bei einem Aktienverkauf kann es auch verschiedene Gründe haben, warum eine Führungskraft sich von ihren Anteilsscheinen trennt. Zum einen kann es sein, dass der Verkauf darauf hindeutet, dass der zukünftige Geschäftsverlauf nicht positiv verlaufen wird. Bzw. dass die Führungskraft davon ausgeht.

Aber es kann auch private Gründe haben, warum jemand Aktien des Unternehmens verkauft, in dem er oder sie arbeitet. Auch Führungskräfte bauen oder kaufen ein Haus. Investieren in die Weiterbildung ihrer Kinder. Da gibt es viele Gründe, warum auch ein Vorstandsvorsitzender Aktien des „eigenen“ Unternehmens verkauft.

Das muss nicht heißen, dass die Geschäfte schlechter laufen werden.

Und auch hier ist es wichtig, dass du dir das Volumen der Transaktion genau anschaust.

Hier mal zwei Beispiele:

Insider-Aktienkäufe bei der Bayer AG

Anfang September wurden von Bayer Insider-Aktienkäufe gemeldet. Mitglieder des Vorstands haben Aktien gekauft im Wert von zusammen ca 345.000 Euro.

Die Bayer-Aktie ist in den letzten Monaten stark gefallen. Von in der Spitze knapp 120 Euro auf aktuell – September 2018 – gut 70 Euro. Ängste vor Milliardenklagen in den USA im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat haben zu diesem starken Kursrückgang geführt.

Die Aktie ist jetzt „billig“. Und offensichtlich kaufenswert. Warum hätten sonst zwei mit Führungsaufgaben betraute Personen größere Aktien-Pakete gekauft? Die scheinen doch an einen steigenden Aktienkurs zu glauben.

Sonst würden die das doch nicht machen, oder?

Sollte man meinen. Fakt ist, wir wissen es nicht. Ob du Aktien von Bayer jetzt kaufen solltest, weiß ich auch nicht. Die Entscheidung liegt allein bei dir.

Wichtig ist, dass du bei der Recherche zu möglichen Kauf-Kandidaten immer mal wieder hinschaust, wenn du die Abkürzung DD siehst.

Wir schauen uns jetzt mal die andere Seite der Medaille an. Einen Insider-Verkauf.

Insider-Aktienverkauf bei Eyemaxx Real Estate

Die Eyemaxx Real Estate AG ist ein Immobilienunternehmen mit dem Fokus auf Wohnimmobilien in Deutschland und Österreich.

Bei der Firma wurde Anfang September ein Aktienverkauf des Vorstands in Höhe von ca 2,8 Millionen Euro gemeldet. Das läßt natürlich aufhorchen. Glaubt der Vorstand etwa nicht mehr an den Erfolg seiner Firma?

Bei der Recherche kommt dann raus, dass es sich bei diesem Insider-Geschäft um einen strategischen Verkauf handelt. Der Vorstandsvorsitzende hat seinen Anteil an der Firma von gut 34 Prozent auf ca 30 Prozent reduziert.

Damit hat er einem strategischen Ankerinvestor die Aufstockung seiner Beteiligung ermöglicht.

Also besteht hier kein Grund zur Beunruhigung.

Du siehst, dass hinter der Meldung zu einem Directors‘ Dealing sehr unterschiedliche Möglichkeiten stecken können.

Mach deine Entscheidung für einen Aktienkauf oder -verkauf nicht allein davon abhängig. Aber wenn du das nächste Mal die Buchstaben DD siehst, dann klick auf den Link zum Artikel und informier dich kurz, was dahinter steckt.

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Ich wünsche dir eine gute Zeit.

Herzliche Grüße und #boerserockt

Sabine