In diesem Jahr – 2019 – jagt ein Börsengang den anderen. Schlagzeilen machen hier besonders die „großen“ IPOs in den USA:  Lyft, Pinterest, Zoom Video Communications sind seit diesem Jahr schon börsennotiert.

Was ist ein IPO? Im Blogbeitrag: Börsengang: Was das ist und wie du davon profitierst hab ich das schon mal genau erklärt.

Diese US-Unternehmen streben ebenfalls in diesem Jahr an die Börse: Airbnb (Online-Zimmervermittlung), Uber (Fahrdienstvermittler), Eventbrite (Ticketing-Website), um nur einige zu nennen.

Auf der Seite von boerse.de erhältst du einen Überblick über die kommenden Börsengänge, nicht nur in den USA. Und es werden auch die Börsengänge vergangener Jahre aufgeführt. Mit der Kursentwicklung. Das ist interessant.

Du siehst, dass sich in 2018 der Antivirus-Programme-Anbieter Avast aus Großbritannien bisher am besten entwickelt hat mit plus 33 %. Es folgt, wer hätte das gedacht, ein deutsches Unternehmen mit gut 28 %. Nämlich Siemens Healthineers.

Und dann – ein Hoch auf den deutschen Mittelstand – Knorr-Bremse mit gut 25 Prozent plus. Wie der Name schon sagt, ist Knorr-Bremse ein Spezialist für Bremsanlagen und im M-Dax, im Mittelstands-Dax gelistet.

In 2017 gab es mit dem Börsengang von Snap einen bekannten Namen aus den USA. Bestimmt kennst du die Foto-App Snapchat. Snap ist die Muttergesellschaft. Hier bereitet die Entwicklung des Aktienkurses allerdings große Schmerzen. Der Kurs hat einen Verlust von über 57 Prozent eingefahren. Das ist bitter.

Wenn dich die Liste interessiert, ist hier für dich der Link zu boerse.de. Wenn du ein wenig runterscrollst, kommst du zu der Liste mit den Börsengängen.

Welche Börsengänge gibt es in 2019?

Die Liste der geplanten Börsengänge für dieses Jahr ist lang. Die Stimmung ist gut für IPOs. Geld ist genug da. Und einige Firmen, die ihren Börsengang schon länger geplant haben, drängen jetzt mit Macht an die Börse.

Lyft

Einige bekannte Namen hab ich oben schon genannt. Die Erstnotiz des Uber-Konkurrenten Lyft war am 1. April 2019. Nein, kein Scherz… das stimmt. Wie hat sich der Aktienkurs entwickelt? Nicht gut. Der Ausgabepreis einer Lyft-Aktie lag bei 72 US Dollar. Aktuell – 26.4.19 – kostet das Papier gut 56 US Dollar. Ein Minus von ca 25 Prozent.

2 Dinge gilt es hier zu bedenken.

Erstens: Die „early adopter“ haben zugeschlagen. Der Fahrdienstanbieter Lyft war schon vor dem Börsengang bekannt. Viele Menschen wollten Aktien haben und waren bereit, den Preis zu bezahlen. Jetzt ist erstmal Ernüchterung eingekehrt. Das ist ein Phänomen, das häufig zu beobachten ist. Haben wollen kostet, wenn du so willst.

Zweitens: Mehr und mehr Analysten nehmen das Unternehmen unter Beobachtung. Bei Lyft ist die 25-Tages-Frist abgelaufen, ab der die Emissionsbanken, die den Börsengang begleitet haben, ihre Meinung zur Kursentwicklung abgeben dürfen.

Das passiert gerade. Und herausgekommen sind einige Kauf-Empfehlungen. Tja, wer hätte das gedacht.

Meine Meinung (keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung): abwarten, bis der nächste Finanzbericht herauskommt. Wie hat sich das Unternehmen seit der Börsennotierung entwickelt? Haben sich die Schulden verringert? Wie steht’s mit dem Umsatzwachstum? Dann kannst du immer noch entscheiden, ob du hier investieren willst.

Pinterest und Zoom Video Communications sind seit dem 18. April 2019 an der Börse notiert. Die Aktienkurse dieser Unternehmen haben eine andere Entwicklung hingelegt als Lyft.

Pinterest

Die Fotoplattform Pinterest hat einen erfolgreichen Börsenstart absolviert. Der Ausgabepreis lag bei 19 US Dollar. Heute kostet eine Aktie gut 26 US Dollar. Ein Plus von ca 37 Prozent.

Pinterest wurde 2010 gegründet. Schwarze Zahlen schreibt die Firma noch nicht. Sie verzeichnet allerdings ein hohes Wachstum. 2018 stieg der Jahresumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent. Die Plattform hat 265 Millionen aktive Nutzer. Womit verdient Pinterest Geld? Mit Werbung.

Zoom Video

Zoom Video Communications ist mit 36 US Dollar Ausgabepreis gestartet. Heute kostet eine Aktie gut 63 Dollar. Das ist ein Plus von 75 Prozent für die Firma, die sich auf Videokonferenzen spezialisiert hat. Das Besondere an Zoom Video: Die Firma ist profitabel.

Klasse Nutzererfahrung

Videocalls mit Zoom sind mega-einfach. Ich kann das bestätigen, ich nutze die Software nämlich auch. Du kannst Zoom auf jedem Gerät nutzen. Am Desktop, Laptop, Smartphone. Du kannst die Videokonferenz in der Cloud oder auf deinem Rechner speichern. Dann schickst du ganz einfach den Link der Aufzeichnung an alle Teilnehmer. Super einfach.

Für Firmen ist das genial. Es können Tausende Euro an Reisekosten gespart werden. Die Nutzer-Erfahrung ist klasse.

Auf Youtube hab ich ein kurzes Video in englischer Sprache mit dem Gründer der Firma entdeckt. Eric Yuan war vor der Gründung bei Cisco und dort zuständig für deren Videokonferenz-System Webex. Das hab ich auch einige Male genutzt. Ich fand Webex nicht besonders nutzerfreundlich.

Im Video sagt Eric Yuan: „Deliver happiness to your customers“. Also, mach deine Kunden glücklich. Und ich kann nur sagen, ich bin immer happy, wenn ich Zoom Video nutze.

Wieder keine Kaufempfehlung, aber ich interessiere mich sehr für Zoom Video Communications. Deshalb ist die Aktie auf meiner Watchlist ganz oben gelandet. Der Preis ist mir mit ca 58 Euro allerdings noch zu hoch.

Das Unternehmen ist erst seit dem 18. April an der Börse gelistet. Also, locker bleiben und erst nochmal ein paar Unternehmensnachrichten abwarten. Heute morgen, 26.4.19, lese ich, dass Zoom und Slack ihre Zusammenarbeit ausweiten wollen.

Slack Technologies plant übrigens auch seinen Börsengang in diesem Jahr. Im Juni oder Juli wird es soweit sein. Slack ist ein Bürokommunikationsdienst. Es funktioniert so ähnlich wie Whatsapp. In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich näher über Slack berichten.

Das Technologieunternehmen Salesforce hat auch in Zoom Video investiert. Die beiden Firmen arbeiten zusammen. Salesforce sieht die Investition in Zoom als eine strategische, d.h. man will die Aktien halten und nicht gleich Kasse machen. Das hab ich in der Presse gelesen. Salesforce ist auch in Dropbox und SurveyMonkey investiert.

Mit Zoom Video arbeitet man zusammen, um für die Salesforce-Vertriebsmitarbeiter Live-Videos zu ermöglichen. Bei Zoom ist geplant, die Videos zu transkribieren. Dafür wird eine künstliche Intelligenz von Salesforce namens Einstein eingesetzt.

Die Zusammenarbeit beruht also auf einem gegenseitigen Austausch.

Fazit: sehr spannend, was da aktuell im US-Technologie-Bereich passiert. Ich halte dich auf dem Laufenden. Bleib dabei und schreib gern einen Kommentar, was du über das Thema Börsengang denkst.

Welches Unternehmen soll ich deiner Meinung nach in einem der nächsten Blogbeiträge besprechen? Schreib mir gern, wenn dich ein Unternehmen besonders interessiert.

Hab eine gute Zeit und #boerserockt!

Sabine